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Notfall
Gewundener Weg durch eine offene Berglandschaft

Prokrastination – wenn wir uns selbst im Weg stehen

Die Küche aufräumen, eine Nachricht beantworten oder endlich den Schreibtisch in Ordnung bringen. Manchmal schieben wir selbst kleine Aufgaben tagelang vor uns her. Wir nehmen sie uns immer wieder vor. Doch je öfter wir denken „Ich muss jetzt endlich“, desto größer wird der innere Widerstand.

Das hat nicht immer mit fehlender Disziplin zu tun. Hinter dem Aufschieben können Erschöpfung, Überforderung oder Angst vor Fehlern stecken. Manchmal geraten wir aber auch in einen Konflikt mit uns selbst: Wir möchten etwas tun und wehren uns gleichzeitig dagegen, es tun zu müssen.

Vielleicht mussten wir als Kinder häufig nach außen Ja sagen, obwohl innerlich alles Nein sagte. Dieser Widerstand konnte ein Versuch sein, die eigene Autonomie und Würde zu bewahren. Später kann er sich auch gegen Anforderungen richten, die wir selbst an uns stellen.

In meiner therapeutischen Arbeit geht es deshalb nicht darum, Menschen möglichst schnell zum Handeln zu bringen. Mich interessiert zunächst, was jemand selbst möchte – und was innerlich geschieht, wenn aus einem eigenen Wunsch ein Müssen wird.

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